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7.1.2009 : 12:15 : +0100
WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society gGmbH
Canada keep exploring
Willow Lane Ranch
Kanadanetpage: WDCS - Symbolische Patenschaft für einen Wal

"Genmanipulierte Pflanzen sind unkontrollierbar!"

1998 war der kanadische Landwirt Percy Schmeiser vom Gentechnikkonzern Monsanto verklagt worden, weil er angeblich gentechnisch verändertes patentiertes Raps-Saatgut widerrechtlich angebaut hatte. In Wahrheit waren Schmeisers Felder ohne sein Wissen durch Monsantos genmanipulierten Raps verunreinigt worden. Erst das oberste kanadische Bundesgericht sprach Schmeiser im Jahr 2004 von Schadensersatzforderungen des Konzerns frei.

Percy Schmeiser (li) trägt
sich ins Münchner
Gästebuch ein. Rechts
Bürgermeister Monatzeder.

Für seinen langjährigen Kampf gegen den Gentechnik-Konzern Monsanto, den Einsatz gegen die Patentierung von Pflanzen und für die Erhaltung bäuerlicher Rechte wurde ihm im Dezember 2007 der Alternative Nobelpreis (Right Livelihood Award) verliehen.

Vor kurzem besucht Percy Schmeiser Deutschland. Seine Reise führte ihn unter anderem in die bayerische Landeshauptstadt München. Nach einem Empfang durch Bürgermeister Hep Monatzeder und Eintragung in das Gästebuch der Stadt nahm Percy Schmeiser an einer gemeinsamen Pressekonferenz der Stadt München und des Umweltinstituts München teil. Anschließend war er Hauptredner bei der Demonstration „Für sauberes Saatgut und ein Europa ohne Gentechnik“.

Schmeiser warnte anlässlich des Eintrags in das Gästebuch der Stadt vor einer unkontrollierbaren Ausbreitung genmanipulierter Pflanzen. Der kanadische Ökolandwirt folgert aus seinen Erfahrungen: „Es gibt kein Nebeneinander mit konventionellem oder ökologischem Landbau. Genmanipulierte Pflanzen sind unkontrollierbar. Ihre Ausbreitung lässt sich nicht verhindern.“

Bei einem Gespräch mit Schmeiser erteilte auch Bürgermeister Hep Monatzeder der Agro Gentechnik eine klare Absage: „Die Landeshauptstadt unterstützt die gentechnikfreie Landwirtschaft seit vielen Jahren. Die Wahlfreiheit für Verbraucher und Bauern steht auf dem Spiel. Zusammen mit zahlreichen Großregionen Europas fordern wir daher von der EU-Kommission das Recht, den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen verbieten zu dürfen.“

Erfahrungen aus Ländern wie Kanada, in denen die Gentechnik großflächig Fuß fassen konnte, zeigen eindrücklich, dass ein friedliches Nebeneinander von Gentechnik-Pflanzen und konventioneller oder ökologischer Landwirtschaft nicht möglich ist.