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20.11.2008 : 9:08 : +0100
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Kanadier wollen keinen Olympia-Boykott

Auch in Kanada ist der Streit um Olympia in Peking in aller Munde. Ehemalige und aktive Sportler lehnen aber einen Boykott der olympischen Spiele ab. Weder ein Boykott der Eröffnungszeremonie noch der Wettbewerbe seien eine Antwort auf das chinesische Vorgehen in Tibet.

Vor allem das Organisationskomitee der olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver (Vanoc) spricht sich gegen einen Boykott aus. Vanoc-Chef John Furlong sagte gegenüber kanadischen Medien, dass man in keiner Weise einen Boykott unterstützen werde, auch wenn ihn die Gewalt gegen die tibetische Bevölkerung persönlich störe.

Doch die olympischen Spiele seien nicht der Platz, auf dem man diese Problematik lösen könne. Im Sport, so Furlong, kämen junge Menschen friedlich zusammen und „zeigen der Welt, was geschieht, wenn man zusammensteht und sich die Hände reicht.“

Ins gleiche Horn stößt die Regierung Harper. Einen Boykott der Olympiade ziehe man in Ottawa nicht in Betracht. Auch namhafte kanadische Sportler wehren sich gegen einen Boykott. Snowboarderin Alexa Loo hält es für unangemessen, dass Athleten nach jahrelangem hartem Training für die Olympiade nun plötzlich aus politischen Gründen  auf den Boykott-Zug aufspringen sollten.

Ein solcher Boykott, so Loo, habe schon 1980 nichts gebracht. Loo spielt wie andere kanadische Sportler und Funktionäre auf dem Olympia-Boykott 1980 in Moskau an. Wegen des russischen Einmarsches in Afghanistan blieben unter anderem amerikanische, kanadische und deutsche Sportler zuhause. Die Wirkung war bekanntlich gleich Null.

Auch nach Kanada ausgewanderte Chinesen haben sich zu Wort gemeldet. Eine der größten chinesischen Gemeinden in British Columbia steht einem Boykott skeptisch gegenüber. Natürlich sei man nicht stolz auf das, was in China und Tibet geschehe. Aber es gebe historische und aktuelle Gründe, die zu dem geführt hätten, was nun geschehen sei.