L'Anse aux Meadows (Ende): Saures Met
Auch was die Dauer des Aufenthaltes angeht, ist man auf Schätzungen angewiesen. Zwischen zehn und 20 Jahren hielten sich die Nordmänner in dieser Gegend auf. Länger nicht, denn so lange halten ungefähr die Erdhäuser, die von den Wikingern weder ausgebessert noch neu gebaut wurden. Zurück nach Grönland scheinen sie auf jeden Fall gesegelt zu sein.
Wahrscheinlich weil es zu Kämpfen mit den Eingeborenen kam, die von den Wikingern „Skraelinger“ tituliert wurden. Manche Experten sind sogar der Meinung, dass die gesamte Kolonie von den Skraelingern aufgerieben worden sei.
Genauso interessant und spannend wie die Geschichte von L’Anse aux Meadows ist deren Aufbereitung heute, 1000 Jahre danach. Zum Wohl der Geschichte und zum Segen der Besucher, haben die Kanadier die Wikingersiedlung nicht zu einem einzigen großen Rummelplatz gestaltet. Wer hätte es ihnen verdenken können, denn nach der Ernennung zum Weltkulturerbe 1978 setzte der Touristenansturm ein.
Über 20 000 sind es jedes Jahr und dennoch übt sich die „National Historic Site“ in Bescheidenheit; übrigens ein Charakterzug auf den man in Neufundland oft trifft. Da gibt es keine amerikanischen Fast-Food-Stände, Tim Horten war es wohl auch zu kalt und irgendwelche Wikinger-Devotionalien wie ein Wackelhelm für die Ablage im Auto sind noch Fehlanzeige. Stattdessen hat sich der Betreiber Parks Canada auf die Vermittlung von historischen Fakten beschränkt.
Einziges Zugeständnis an den Publikumsgeschmack ist die in Kanada sehr beliebte Geschichts-Schauspielerei wie man das auch von Freilichtmuseen wie Upper Canada Village oder St. Marie among the Hurons kennt. Und das macht tatsächlich Sinn, wenn Einheimische ausgebildet werden, um in bestimmten Rollen das Leben der Wikinger zu erklären.






