Der Dempster - sagenumwobene Schotterstraße
Doch mehr oder weniger schnell hat man dann doch genug von der wuseligen Betriebsamkeit, die Wildnis ruft und es geht auf den Highway. Wenn die Worte „der Weg ist das Ziel“ auf etwas zutreffen, dann auf diese Naturstraße, die erst am 18. August 1979 in Flat Creek eröffnet wurde.
Nach Jahrzehnten der Planung kam dieses 22,7 Millionen-Dollar-Projekt zu einem Ende. Wer nach einigen Tagen in Inuvik bei den Inuit ankommt, wurde vom Dempster zwar ordentlich durchgeschüttelt, ist aber um Eindrücke von Natur und Tieren reicher, die ein Leben lang vor Augen bleiben.
Die Fahrt durch ein Land, das seit Jahrtausenden von Indianern bewohnt wird, ist eine Begegnung mit Tälern, Schluchten, Hügeln, Bären, Elchen, Füchsen. Oder die Fahrt führt stundenlang durch ein Niemandsland, viele Kilometer das auf- und abwandernde Band der Straße vor Augen.
Als der Dempster der Öffentlichkeit übergeben wurde, warnten Umweltschützer davor, dass die Karibus ihre Wanderroute verändern müssten. Die Tiere sind die wichtigste Nahrungsquelle der Natives. Doch nach dreijähriger Beobachtung stellte man fest, dass die Karibus nicht nur weiterhin die Straße überqueren, sondern sie teilweise sogar als Wanderweg benützen. Die Behörden im Yukon hatten eine ganz andere Gefährdung der Karibus ausgemacht: Jäger. Aus diesem Grund wird der Dempster Highway in der Tourismuswerbung auch nicht besonders umworben, um so nicht noch zusätzliche Waidmänner anzulocken.
Dempster war und ist immer noch genauso einzigartig wie seine Konstruktion. Der Highway wurde auf Gravel (Schotter) errichtet, um den Permafrost-Boden darunter zu isolieren. Der Schotterbelag ist zwischen 1,2 und zweieinhalb Meter dick. Ohne diese Auflage würde der Permafrost schmelzen und der Highway im Boden versinken.





