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30.7.2010 : 12:34 : +0200
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L'Anse aux Meadows (3): Grasbedeckte Erdhügel

Der norwegische Wissenschaftler Helge Ingstad und seine Frau Anne Stine, eine erfahrene Archäologin, zogen seit den 1950er Jahren an der nordamerikanischen Küste entlang, um „Vinland das Gute“ zu entdecken. Das Ehepaar suchte zwar auch in Rhode Island (Massachusetts, USA) und auf Nova Scotia, doch dann brachte der Hinweis eines Neufundländers den entscheidenden Durchbruch.

Die sod-hut in
L'Anse aux Meadows.
Foto: Papenberg

Der Einheimische wies die Ingstads auf grasbedeckte Erdhügel in der Nähe von L’Anse au Meadows hin. Er glaubte, das wären Reste von Gebäuden der inzwischen ausgestorbenen Beothuk-Indianer.

Aber Helge und Stine Ingstad wussten recht schnell, dass es sich nicht um Beothuk-, sondern Wikinger-Behausungen handeln musste. 1960 war diese Entdeckung und schon ein Jahr später kamen die Ingstads mit einer kompletten Forschungsgruppe nach Neufundland zurück. Unter der Leitung von Anne Ingstad begannen die Ausgrabungen. Sieben Fundamente wurden entdeckt, ähnlich den Großraumbauten der Wikinger.

Die Forscher hatten nach Jahren tatsächlich Leif Eriksons Siedlung Straumfiord gefunden, wie in der mittelalterlichen Island-Sage nachzulesen war. Hunderte von Wikinger-Gegenständen wurden freigelegt, die meisten aus Holz, andere aus Eisen, Bronze und Knochen.

Es ist nicht die Menge von Artefakten, wie man sie von anderen Grabungsstätten her kennt und nur einige wenige davon sind vor Ort in einer Glasvitrine ausgestellt. Denn Leif Erikson blieb nicht allzu lange auf Neufundland. Nachdem er die kleine Siedlung gegründet hatte, kamen Familienmitglieder und andere Wikinger-Kolonisten nach. Sie zogen weiter gen Süden bis nach New Brunswick. An die 30 Mitglieder, so schätzt man heute, dürfte die Kolonie bei L’Anse au Meadows gehabt haben.