Der Dempster - sagenumwobene Schotterstraße
Entlang der Straße gibt es einige wenige Fixpunkte. Zum Beispiel Eagles Plain nach etwa 370 Kilometern. Eine Servicestation inmitten von Nichts, wo man so lebensnotwendige Dinge wie Tanken oder Reifen reparieren bzw. kaufen kann; übernachten und Essen lässt es sich hier auch.
Nicht weit nach Eagles Plain erreicht man dann den Polarkreis, den Arctic Circle. Später dann am Pass über die Richardson Mountains liegt Yukon hinter einem und der Boden der Northwest Territories wird betreten. Nach den Bergen kommt die Einfahrt in Kanadas größtes Flussdelta - das Mackenzie Delta mit seinen schier unzähligen Seen und Flüssen. Wer den Dempster im Sommer befährt, kann mit einer Fähre über den Peel- und Mackenzie River übersetzen. Im Winter sind die Flüsse zugefroren und aus dem Highway wird dann eine Eisstraße über den Fluss.
Kein Wunder, schließlich hat man den Polarkreis hinter sich: Apropos Polarkreis: die Geschichte des Dempster wäre nicht komplett erzählt, ohne auf Harry Waldron einzugehen. Der ehemalige Highway-Arbeiter nannte sich selbst „Hüter des Polarkreises“ (keeper of the arctic circle). Mit Ende 60 saß er am Dempster in einem Schaukelstuhl. Sein einziger stummer Begleiter war ein aufgetürmter Steinhaufen, der die Touristen darauf aufmerksam machte, dass sie an dieser Stelle den Polarkreis überquerten.
Harry trug immer einen Smoking, nippte am Champagner, posierte für Fotos und unterhielt seine Besucher mit Geschichten aus dem „guten“ alten Yukon und Gedichtrezitationen. Der Exzentriker mit dem Schaukelstuhl wurde so populär, dass ihn die Regierung von Yukon eine Zeit lang sogar dafür bezahlte, seine Show zu veranstalten. Ebenso authentisch, wenn auch in einem ganz anderen Sinn, ist das Indianerdorf Fort McPherson, wo man sich in einem Restaurant den Staub von den Stiefeln klopfen und mit den in der Regel sehr zugänglichen Einwohnern einen Plausch halten kann.





