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Lachse bedroht - die "Schweine des Meeres"

Die gigantischen Mengen an weltweit verkauftem atlantischen Lachs stammen nach Expertenschätzungen zu 98 Prozent von Zuchtlachs. Aquakultur heißt das Zauberwort, quasi Massentierhaltung im Wasser. Naturschutzorganisationen sprechen inzwischen von den Lachsen als den „Schweinen des Meeres“. Fazit: Existenz bedroht.

Von Roland Papenberg

 

Die Gastgeberin schiebt die große Holzplatte mit dem metallenen, silbrig glänzenden Fischkopf und –schwanz auf dem eingedeckten Tisch. „Heute gibt es etwas Besonderes – Wildlachs!“ Vor wenigen Jahren noch hätte sich die Familie das Flossentier mit dem rosafarbenen Fleisch nicht erlauben können. Eine teure Delikatesse war der Lachs einst.  Inzwischen ist auch der kanadische „Wildlachs“ eine zumeist billige und oftmals minderwertige Massenware.

Dass atlantischer Lachs (Salmo salar) immer öfter auf dem Speisezettel steht, hat seinen Grund: gefangener „wilder“ Lachs ist gesund – wenig gesättigte Fettsäuren, dafür ein hoher Anteil ungesättigter Fettsäuren wie „Omega-3-Fettsäuren“. Die extrem gestiegene Nachfrage nach diesem gesunden Lebensmittel kann schon lange nicht mehr mit wildem Lachs gedeckt werden.

Die gigantischen Mengen an weltweit verkauftem atlantischen Lachs stammen nach Expertenschätzungen zu 98 Prozent von Zuchtlachs. Aquakultur heißt das Zauberwort, quasi Massentierhaltung im Wasser. Naturschutzorganisationen sprechen in Anlehnung an die landwirtschaftliche Massentierhaltung inzwischen von den Lachsen bereits als den „Schweinen des Meeres“.

Die Lachse werden in freischwimmenden Käfigen zu Hunderttausenden gemästet. Da der Salmo salar sehr schnell Gewicht zulegt, ist er wirtschaftlich interessant und gehört deshalb zu den am meisten gezüchteten Fischen. Die weltweit größten Zuchtländer sind neben Kanada noch Norwegen, Schottland und Chile.

Was bei der Massentierhaltung in der Landwirtschaft gilt, ist auch in den Lachs-Zuchtfarmen längst Alltag. Um die auf engstem Raum nebeneinander lebenden Tiere vor Krankheiten zu schützen, werden sie mit Chemie behandelt: Antibiotika, Fungizide, Pestizide, Farbstoffe und die Junglachse erhalten zusätzlich Wachstumshormone.


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