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5.2.2012 : 23:23 : +0100
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Finnwale haben eine ganz schön große Klappe

Irgendwie wundert es einen ja nicht: Das zweitgrößte Tier der Erde, der Finnwal (Balaenoptera physalus), hat eine ganz schön große Klappe. Oder anders ausgedrückt, er nimmt den Mund ziemlich voll, um satt zu werden. Kanadische und amerikanische Meeresbiologen haben das jetzt sogar ausgerechnet. Rechnungsergebnis: Finnwale geben sich bis zu 70 Kubikmeter große Meerwasser-„Schlucke”, um kleine Krebse und Fische herauszufiltern.

Ein mächtiger Finnwal.<br>Foto: Wikipedia

Ein mächtiger Finnwal.
Foto: Wikipedia

Jeremy Goldbogen von der University of British Columbia liefert in seiner kürzlich veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeit im „Journal of Experimental Biology“ auch gleich einen anschaulichen Vergleich: was der Wal auf einmal schluckt, sei mehr als sein eigenes Körpervolumen und „entspricht in etwa dem Volumen eines Schulbusses”.

Der Grund für diese Riesenschlucke sind ein sehr langer Kieferknochen und die in Falten gelegte Haut- und Speckschicht des Mauls. Die Mechanik des Schluckens ähnelt dem Öffnen eines Fallschirms bei hoher Geschwindigkeit, erklärt Goldbogen. Große Mengen von Wasser samt Beute würden in das Maul gedrückt und blähten es auf wie einen Ballon. Das Wasser wird durch den Bartenfilter wieder herausgepresst und zurück bleiben die kleinen Tiere.

In einem besonderen Messverfahren berechneten nun die Wissenschaftler, wie viel Wasser und Kleinsttiere der Finnwal bei seiner Schluckerei aufnimmt. Die Wale könnten mit einem Schluck zehn Kilogramm Krill erbeuten, kalkulieren Goldbogen und sein Team. 40 Tonnen Körpergewicht hat ein Finnwal (manchmal bis zu 70 Tonnen) und um diese Massen zu versorgen, müsse er drei Stunden am Tag jagen. Das ist kein ungewöhnlich großer Aufwand, wenn man bedenkt, dass wir Menschen jeden Tag ungefähr die gleiche Zeit für Kochen und Essen einsetzen.


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