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Willkommen im "2. Kalten krieg"

Ein führender russischer Wissenschaftler sprach (sicher nicht ohne Abstimmung mit Putin) von einer Situation am Nordpol, "in der man beim Feilschen exklusive Rechte fordern und diese notfalls mit Gewalt durchsetzen muss!" Da wäre er doch, der erste Hinweis auf den "2. Kalten Krieg".

Von Roland Papenberg

 

Am 1. August 2007 begann der "2. Kalte krieg". Vielleicht steht es so oder ähnlich in den Schulbüchern kommender Generationen. An diesem Tag "hisste" ein Wissenschaftler in dem Tauchschiff "Mir-1" im Arktischen Ozean in 4261 Meter Tiefe die russische Fahne. Mit diesem symbolträchtigen Akt - der übersetzt heißt: "Der Nordpol gehört Russland!" - hat der Kreml den Kampf um die Bodenschätze unter dem Meeresboden eröffnet.

Experten vermuten dort so viel Erdöl und Erdgas, dass sämtliche OPEC-Staaten mit ihren Vorräten dagegen wie Kleinlieferanten wirken. Und da durch den Klimawandel das Eis immer dünner und weniger wird, erscheint eine Ausbeutung dieser Vorräte plötzlich realistisch. Deshalb schien es Russlands Staatspräsident Putin an der Zeit zu sein, einen Pflock einzuschlagen. Diesen trieb er so weit entfernt von Mütterchen Russland in den Meeresboden, dass dies den Nachbarn sauer aufstieß.

Kanadier, Dänen, Amerikaner, Norweger - sie alle wollen ihren Teil vom Kuchen abhaben. Und wenn es um eine vermeintliche Schlüsselposition auf dem künftigen weltweiten Rohstoffmarkt geht, dann lässt man sich nicht einfach das Würstchen aus dem Hot Dog ziehen. Deshalb werden vom Westen ebenfalls Landbesitzrechte im Polarmeer angemeldet.

Aber irgendwie klingt das im Gegensatz zu der russischen Seite noch zaghaft. Ein führender russischer Wissenschaftler sprach (sicher nicht ohne Abstimmung mit Putin) von einer Situation am Nordpol, "in der man beim Feilschen exklusive Rechte fordern und diese notfalls mit Gewalt durchsetzen muss!" Da wäre er doch, der erste Hinweis auf den "2. Kalten Krieg".


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