Native-Führer rechnet mit konservativer Regierung ab
Mit Spannung wird eine Rede des Führers der Vereinigung der First Nations (AFN), Phil Fontaine, erwartet. Aus dem Umfeld des als eher diplomatisch bekannten Indianerführers wurde bekannt, dass Fontaine die konservative Regierung mit sehr scharfen Worten beschuldigen wird, die Konfrontation mit den Natives eskalieren zu lassen. Außerdem werde der AFN-Chef für die Zukunft mehr zivilen Ungehorsam der Ureinwohner voraussagen.
Die Rede wird unter dem Titel „Kanada und die First Nations am Scheideweg: Konfrontation oder Verhandlung“ stehen und auf einem Treffen des Canadian Club of Ottawa gehalten werden. Phil Fontaine will vor allem auf die noch ungeklärten 1100 Landrechte-Verhandlungen und die zunehmende Armut in den eingeborenen Gemeinschaften eingehen.
Ein Sprecher der Assembly of First Nations kündigte gegenüber kanadischen Medien eine außergewöhnlich scharfe Abrechnung Fontaines mit den momentanen Zuständen an. Er (Phil Fontaine) werde sicherlich darüber sprechen, dass viele First Nation Gemeinschaften jetzt an einem Punkt angelangt seien, an dem sie die unklaren Landbesitzansprüche als Hauptursache für ihre Armut ausgemacht hätten. Fontaine werde auch davor warnen, dass wenn die Regierung nicht mit den Natives zusammenarbeite, es dann einen langen und heißen Sommer mit mehr Konfrontationen geben könnte.
Wiederholt hatte Fontaine in der Vergangenheit die Regierung kritisiert, von dem „Kelowna Accord“ abgerückt zu sein. Diese Vereinbarung zwischen der ehemaligen liberalen Regierung und den Natives sollte die Armut unter den kanadischen Ureinwohnern und auch andere dringende Probleme in Angriff nehmen. Der Kelowna Accord stieß damals auf einen breiten Konsens und wurde von sämtlichen Premierministern und Native-Führern akzeptiert.
Vor wenigen Tagen schrieb der AFN-Führer in einem offenen Brief im „Ottawa Citizen“: „Die Assembly of First Nations möchte Brücken bauen und keine Blockaden gegenüber anderen Kanadiern.“ Aber man könne nur ein Stück weit ohne die Beteiligung einer der wichtigsten Partner gehen – und dies sei die Bundesregierung. Nur mit dessen Hilfe könnten einige der wichtigsten und fundamentalsten Fragen gelöst werden – „Land ist eine dieser Angelegenheiten.“
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