Fundy: wo die Highways leer und das Meer voll ist
Mit nur 300 000 Besuchern im Jahr ist der Fundy Nationalpark in New Brunswick eines von Kanadas bestgehüteten Geheimnisse. Und damit ein Stückchen Erde, das man sich für den nächsten Familienurlaub abseits der Touristenströme merken sollte.
Die großen Urlaubermassen, vor allem aus New York und Neu-England, befahren jeden Sommer die Interstate 95 bis nach Maine hoch. Und dort bei den Freizeitparks ist dann für die meisten Endstation. Würden sie weiter fahren, über die Grenze nach New Brunswick – der Highway würde immer leerer, keine Schlangen an den Tankstellen und nach drei Stunden hätte man den Fundy Nationalpark erreicht.
Dieser Park an der Bay of Fundy, 180 Kilometer nördlich der Grenze, ist ein Paradies für Wanderer und Naturliebhaber: Trails an der Küste oder im Landesinneren führen durch eine urwüchsige Landschaft. Die Routen reichen vom anspruchsvollen Drei-Tage-Trail im einsamen Hinterland bis hin zu gemütlichen Spaziergängen.
Sogar während der Hauptsaison im August kann es passieren, dass man zum Beispiel auf dem vier Kilometer langen Mathews Head Trail an der felsigen Südküste des Parks keine Menschenseele trifft. Der Pfad windet sich durch tiefe Wälder und üppige Blumenwiesen, bietet atemberaubende Aussichten von Klippen auf den Ozean. Der Mathew Trail ist übrigens Teil eines rund 100 Kilometer großen Wegenetzes in den Wäldern des Fundy Parks.
Die manchmal fast schon unheimlich wirkende friedvolle Stimmung im Park wird noch verstärkt durch ein ungewöhnliches Naturphänomen: die Gezeiten der Bay of Fundy. Hier findet der höchste Tidenhub in Nordamerika statt – rund zehn Meter. Das ist zwar beeindruckend und bei Ebbe lässt sich über eine halbe Meile auf dem Ozeangrund schlendern, bis das Wasser die Füße nässt.
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