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7.2.2012 : 22:15 : +0100
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Der Hausbau (4): Wenn billig teurer wird...

Friede, Freude, Eierkuchen – das Häuschen stand in voller Pracht. Allerdings gehören zu solch einem Schmuckstück kanadischer Holzbaukunst auch Dinge wie Strom und Wasser. Daran hatte Gotthilf zwar auch schon gedacht, aber noch keine allzu großen Gedanken verschwendet. Das hätte er aber tun sollen, denn wie sich herausstellte, was das Abenteuer Hausbau in Kanada noch nicht ganz zu Ende.

Strom auf kanadisch...

Strom auf kanadisch...

Gotthilf machte einen – wie sich zeigen sollte - verhängnisvollen Fehler und legte sich mit dem Strom-Monopolisten Hydro One an. Die Überlandverlegung einer Stromleitung war in der Vergangenheit ausschließlich Sache eben jenes Monopolisten Hydro One. Nun gab es ein neues Gesetz, wonach auch private Anbieter dies übernehmen können.

Gotthilf holte also Kostenvoranschläge ein – von Hydro und einem Unternehmer aus Quebec (allein das war schon verwegen genug, im englischen Ontario einen Konkurrenten aus dem frankophonen Quebec zu beauftragen). Wie nicht anders zu erwarten, war der private Unternehmer erheblich billiger und erhielt den Zuschlag.

Nun hatte allerdings Hydro One immer noch das letzte Wort. Die Installation der Transformatoren auf den Leitungspfosten war ausschließlich Sache von Hydro One ebenso die offizielle Abnahme der Stromlegung zum Cottage. Und nun ließ das Unternehmen die Muskeln spielen – hier sei der Abstand vom Strommasten zur Straße zu gering, hier müsse noch Wald freigeräumt werden, dies und jenes fehle.

Fazit: unterm Strich fuhren Gotthilf und Marianne mit allen zusätzlichen Arbeiten und Verzögerungen sowohl finanziell wie auch zeitlich nicht viel billiger; ganz zu schweigen von diversen zerfetzten Nervensträngen. Immerhin waren sie in der Achtung ihrer kanadischen Freunde gestiegen, dass sie es gewagt hatten, sich mit Hydro One anzulegen. Bitte, gern geschehen…


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