Blauer Tunfisch steht vor weltweiter Ausrottung
Der Blauflossen-Tunfisch steht nach jüngsten Untersuchungen knapp vor dem Aussterben, berichtet BBC-Online. Die bis zu 800 Kilogramm schweren Tiere werden trotz Fangquoten weltweit überfischt.
Die wachsende Zahl der immer kleineren Fische, die in den Netzen landen, deutet daraufhin, dass nun auch vermehrt geschlechtsreife Tiere gefangen werden. Und das könnte dem eleganten Jäger bald die Existenz kosten.
„Es gibt ein Problem mit der Fischerei“, gibt Rafael Centenara, Vize-Direktor des spanischen Fischereiministeriums zu. Das durchschnittliche Gewicht der gefangenen Tiere betrug durchschnittlich etwa 140 Kilogramm. „In den vergangenen fünf bis zehn Jahren ist die Größe der Fische deutlich geringer geworden.“
Die 42 Mitgliedsstaaten der International Commission for the Conservation of Atlantic Tuna (ICCAT) haben nach Warnungen von internationalen Forschern deutlich niedrigere Fangquoten vereinbart. Zudem wurde der illegalen Fischerei der Kampf angesagt. ICCAT-Präsident Victor Restrepo befürchtet inzwischen, dass es zu einem kommerziellen Zusammenbruch der Bestände kommen könnte, da Zuchtversuche in Hochsee-Fischfarmen nicht den gewünschten Erfolg gebracht hatten.
Obwohl eine totale Ausrottung einer Art sehr selten ist, hat es in der Geschichte der kommerziellen Fischerei ein solches Beispiel an den Great Banks nahe Neufundland gegeben. Dort wurde 1992 ein Fangverbot für Dorsch erlassen. Seither gibt es zwar wieder Dorsche, allerdings sind die Bestände sehr klein geblieben.
Experten wie Boris Worm von der Dalhousie University (www.dal.ca) in Nova Scotia meinen, dass das Ökosystem sich total verändert hat. „Aus den Jägern von damals sind heute die Gejagten geworden: Heringe und andere kleinere Fische ernähren sich von den Larven der Dorsche und halten damit deren Population klein“, erklärt der Forscher. Heringe und andere Fischarten haben zahlenmäßig hingegen stark zugelegt.
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