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19.5.2012 : 19:16 : +0200
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Der Weg aus der Gosse führte über Farbdosen-Stapeln

Wenn jemand weiß, wie man pure Verzweiflung in Erfolg umwandelt, dann ist das Frank O’Dea. Der Mitbegründer des zweitgrößten kanadischen Franchise-Unternehmens „The Second Cup“ lebte einst als Obdachloser auf den Straßen Torontos, wo er um Geld für eine Flasche billigen Wein bettelte. Heute ist er einer der bekanntesten Kanadier und Träger des Ordens „Officer of the Order of Canada“.

Frank O'Dea.

Frank O'Dea.

Aus seiner Lebensgeschichte hat Frank O’Dea längst schon Kapital geschlagen. Auf 30 bis 50 Veranstaltungen pro Jahr kommt er, bei denen er überall auf der Welt seine ganz persönliche Erfolgsgeschichte erzählt. Mit seinem eigenen Flugzeug fliegt er zu Vorträgen, in denen der außergewöhnliche Motivator und Rhetoriker seine Wandlung vom Ausgestoßenen zum Aufsteiger erläutert. Ab diesem Sommer ist dies auch alles in seinem Buch „When All You Have Is Hope“ nachzulesen.

Vor 37 Jahren war O’Dea einer jener Obdachlosen, deren Leben normalerweise in der Gosse endet. Mit 21 wurde er von zuhause in Montréal herausgeworfen. Noch hatte er einen Job, doch irgendwann begann er mit der Trinkerei, verlor einen Job nach dem anderen, bis er schließlich Werbeflyer auf der Straße verteilte.

Inzwischen war er in Toronto angekommen. Der damals 25-Jährige bettelte um Geld, von dem er sich billigen Wein kaufte. Er schlief in Obdachlosen-Unterkünften, wo er sich die Schuhbändel um die Fußgelenke band, damit die Schuhe am nächsten Morgen nicht geklaut waren.

Bei einem kürzlichen öffentlichen Auftritt erinnerte er sich: „Das Gespräch ging folgendermaßen: morgen werde ich mir einen Job besorgen, morgen werde ich meine Familie anrufen, morgen werde ich mich zusammenreißen – aber morgen fand nie statt.“


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