"Wir möchten nicht mehr, wie jeder andere Kanadier!"
Am heutigen Freitag findet der mit Spannung erwartete „day of action“ der kanadischen First Nations statt. Die Vereinigung der First Nations (Assembly of First Nations, AFN) möchte mit diesem Tag auf die schlechten Lebensumstände der Natives aufmerksam machen. In einem sehr persönlichen und emotionalen offenen Brief in der Tageszeitung „“The Globe and Mail“ ging der Führer der First Nations, Grand Chief Phil Fontaine, gestern noch einmal auf die Beweggründe dieses Aktionstages ein.
Fontaine sprach in diesem Brief von dem „kleinen dreckigen Geheimnis des Landes“. Er ist sich sicher – wenn die Kanadier wüssten, wie die Ureinwohner leben, würden sie deren Sorgen und Ängste verstehen und sie unterstützen. Der Grand Chief verglich die Armut unter den kanadischen First Nations mit jener in der Dritten Welt. Er führte konkrete Beispiele an, warum sein Volk auf die Barrikaden geht.
• Die meisten kanadischen Kinder hätten ein Bett für sich zum schlafen, viele First Nations-Kinder teilten sich zwei Schlafzimmer mit zehn weiteren Bewohnern.
• Die meisten jungen Leute würden die Highschool abschließen, 70 Prozent der Native-Jugendlichen haben diesen Abschluss nicht.
• Während die meisten Teenager Hockey spielten oder zumindest einen Teilzeitjob hätten, vielleicht sogar auf die Universität oder das College gehen könnten, verzeichne man bei jugendlichen Ureinwohnern Selbstmordraten auf Rekordniveau.
• Fast überall in Kanada sei es normal einen Schluck Wasser aus dem Hahn zu trinken, bei den Menschen in den Reservaten sei es die Norm, dass sie Wasser abkochen müssten.
• Und während die Arbeitslosenrate in Kanada auf einem Rekordtief sei, liege diese Rate bei den arbeitsuchenden First Nations bei 27 Prozent.
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