Mit dem Hundeschlitten im "Sehnsuchtsland"
Vor Jahren schon war Arved Fuchs, der Polar-Wanderer, eine Art einsamer Rufer in der Eiswüste. Seine intensiven und sehr persönlichen Erlebnisberichte und Bilder von der unwiderstehlichen Schönheit – trotz aller Schroffheit – der Arktis, waren zugleich immer auch Mahnung, mit diesem Stück Natur sorgsam umzugehen. Auch in seinem neuen bei Delius Klasing erschienen Buch „Die Spur der weißen Wölfe“ macht sich Arved Fuchs wieder zum Fürsprecher dieser Welt, die er langsam unter sich weg schmelzen sieht.
Da es die Welt, wie sie Arved Fuchs bereist hat, in einigen Jahren schon so nicht mehr geben wird, ist das neue Buch auch eine Art Zeitdokument. Die spätwinterliche Reise, gestartet 2006, „mit dem Hundeschlitten in die hohe Arktis“ (so der Untertitel des Buches), führt in ein verstörend fremdes Terrain: Lands Lokk, ein verlorenes Eiland irgendwo zwischen Ellesmere Island und dem Nordpolarmeer. Dort, wo sich Wolf und Hase (ja tatsächlich) „Gute Nacht“ sagen, aber das nur einmal im Jahr, weil die Sonne hier im Norden nur alle sechs Monate untergeht.
Arved Fuchs selbst spricht inzwischen von seinem „Sehnsuchtsland“: „Die unglaubliche Weite der kanadischen Arktis wird einem meist erst aus der Vogelperspektive bewusst. Inseln wechseln sich ab mit Sunden und Fjorden, und obwohl die Landschaft karg wirkt, ist sie niemals eintönig. Es ist unmöglich, sich der Faszination zu entziehen – zumindest ergeht es uns so. Ellesmere Island ist für mich zum Sehnsuchtsland geworden.“
Ganz unbekannt ist diese Gegend für Arved Fuchs nicht. Vor Jahrzehnten war er schon einmal dort, und überhaupt ist ihm die Welt des ewigen Winters so vertraut wie kaum jemandem sonst. Und doch ist jede Expedition in diese Unwirtlichkeit jedes Mal eine Pionierleistung. Das vierköpfige Team (darunter seine Frau Brigitte Ellerbrock) darf nichts ungeplant lassen; eine Frage schlichten Überlebens.
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