Wo die Reichen und Schönen einst Urlaub machten
Große Hotels und Gästehäuser hatten sich auf das Catering der vermögenden Gäste spezialisiert. In einer Werbebroschüre von damals ist zu lesen: „Das einzige was sie mitbringen müssen, sind ihre Schrankkoffer und Bediensteten.“ Und in einem dieser örtlichen Hotels, so die Überlieferung, wurde auch die legendäre Salatsauce 1000 Island Dressing kreiert. George Boldt verhalf dieser Sauce dann zu Weltruhm, als er seinem Hotel-Direktor im New Yorker Waldorf veranlasste, dieses Dressing auf die Menükarte zu setzen.
Wie gesagt, einige der Villen existieren noch heute und können auf speziellen Bootsfahrten bewundert werden. In den 1940er Jahren hatten die meisten reichen Familien die Region verlassen, der Millionärstross hatte andere Spielwiesen entdeckt. Die Region blieb zwar weiterhin Ferienland, allerdings für weniger betuchte Familien.
Für die Region 1000 Islands brachen wirtschaftlich magere Jahre an. Doch inzwischen sind die Inseln (1000 Islands beginnt in Kingston und erstre4ckt sich ungefähr 40 Meilen flussabwärts in Richtung New York) wieder zum Objekt der Begierde geworden. Immobilien lautet das Zauberwort.
Die grandiose Landschaft lockt wieder Kunden mit dem nötigen Kleingeld für einen Zweitwohnsitz an. Für ein Grundstück am Fluss oder auf einer der Inseln bezahlt man zwischen 250 000 und über einer Million US-Dollar. Das Angebot reicht von kleinen Cottages, rustikalen Ranches bis hin zu massiven, 100 Jahre alten Steinhäusern mit Blick über den Fluss. So wurde zum Beispiel das Gästehaus von George Boldt aus dem Jahr 1895 auf Wellesley Island erst letztes Jahr für 285 000 Dollar verkauft.
Es geht natürlich auch teurer. So wurde das über 100 Hektar große Fox Island bei Cape Vincent versteigert. Für fast zwei Millionen Dollar erhielt der Käufer eine Insel mit vier Kilometer Strand, einer Zehn-Zimmer-Lodge mit auserlesenen Möbeln, Privathafen, Dock und Landebahn für den Privatjet. Wahrscheinlich immer noch ein Schnäppchen im Vergleich zu dem, was ein vergleichbares Objekt auf Rhode Island oder in Florida kosten würde.





